Plexusanästhesie

Für Eingriffe an der Hand oder am Unterarm eignet sich die Plexusanästhesie. Hierbei werden Nervenbündel, die durch die Achselhöhle verlaufen, gezielt durch ein örtliches Betäubungsmittel für mehrere Stunden ausgeschaltet. Nach sorgfältiger Hautdesinfektion punktiert der Anästhesist mit einer dünnen Nadel den Raum, in dem die den Arm versorgenden Nerven verlaufen. Dabei kann ein kurzzeitiges „Elektrisieren“ im Arm ausgelöst werden, welches harmlos ist. Nach Einspritzen des Betäubungsmittels wird die Nadel entfernt. Innerhalb der nächsten 15 bis 30 Minuten wird der Arm warm, schwer und gefühllos. In diesem Zustand kann schmerzfrei operiert werden. Diese Betäubung hält in der Regel zwei bis drei Stunden, manchmal auch deutlich länger an. Um Verletzungen zu vermeiden, ist es während dieser Zeit wichtig, dass Sie auf Ihren gefühl- und dadurch schutzlosen Arm achten. Nach Abklingen der Betäubung sind Kraft und Gefühl wieder wie zuvor. Auch für die Plexusanästhesie gilt: Bitte lassen Sie sich nach Hause begleiten!

Welche unerwünschten Nebenwirkungen können bei diesem Verfahren auftreten? Die Plexusanästhesie ist ein äußerst sicheres und wenig belastendes Betäubungsverfahren. Neben dem harmlosen „Elektrisieren“ beim Einstich kann manchmal ein Bluterguss in der Achselhöhle entstehen. Das Risiko für eine Infektion durch eindringende Bakterien wird durch hygienische Arbeitsweise so gering wie möglich gehalten. Bleibende Nervenschäden mit anhaltenden Gefühlsstörungen oder Lähmungen sind prinzipiell zwar möglich, zum Glück jedoch extrem selten. Sehr selten sind Herz- oder Kreislaufreaktionen auf das Betäubungsmittel, die mit Schwindel verbunden sein können. Bei unvollständiger Betäubung kann der Chirurg zusätzlich ein örtliches Betäubungsmittel nachspritzen. Sollte auch dies nicht ausreichen, was sehr selten ist, kann jederzeit eine Vollnarkose eingeleitet werden.
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