Spinalanästhesie
Die Spinalanästhesie ist ein seit
mehr als einhundert Jahren weltweit angewandtes Betäubungsverfahren. Operationen vom Bauchnabel an abwärts (z. B. Leistenbruch, Eingriffe am Bein wie z.B. Kniegelenkspiegelung) sind darunter schmerzfrei durchzuführen. Um diese Methode sicher anzuwenden, muss eine bestehende Blutungsneigung (meist angeboren) oder medikamentöse Blutverdünnung (ASS, Marcumar etc.) zuvor ausgeschlossen werden (Blutuntersuchung beim Hausarzt). Die Punktion wird in der Regel am sitzenden Patienten durchgeführt. Nach sorgfältigster Hautdesinfektion betäubt der Anästhesist zunächst die Haut am Rücken im unteren Lendenwirbelbereich. Anschließend führt er eine sehr dünne Spezialnadel ein, bis er den Nervenwasserraum erreicht hat. Dabei kann ein plötzliches „Elektrisieren“ im Gesäß oder Bein auftreten, das harmlos ist. Nach Einspritzen des örtlichen Betäubungsmittels kommt es innerhalb weniger Minuten in der unteren Körperhälfte zur vorübergehenden Unterbrechung aller über das Rückenmark geleiteter Informationen: Temperatur, Schmerz, Berührung und Lageempfinden. Die Höhe der Betäubung ist je nach vorgesehenem Eingriff durch den Narkosearzt steuerbar. Im Allgemeinen hält die Wirkung einer Spinalanästhesie zwei bis drei Stunden, manchmal auch länger, an. Während dieser Zeit sind Sie
schmerzfrei. Sie sollten solange in unserer Obhut bleiben, bis die Betäubung vollständig abgeklungen ist, d.h. Kraft und Gefühl wieder intakt sind. Außerdem sollten sie einmal Wasser gelassen haben, bevor Sie den Heimweg in Begleitung antreten.
Welche unerwünschten
Nebenwirkungen sind bei diesem Verfahren zu beobachten? Herz- oder Kreislaufprobleme können in den Minuten nach Einspritzen des örtlichen Betäubungsmittels auftreten. Deshalb ist eine sorgfältige Blutdrucküberwachung notwendig. Manchmal muss der Narkosearzt kreislaufunterstützende Medikamente verabreichen. Eine zu hoch aufsteigende Betäubung kann die Atmung beeinträchtigen, weshalb auch sie genauestens überwacht wird. Allergische Reaktionen auf das Betäubungsmittel selbst sind extrem selten. Nach der Betäubung klagen manche Patienten über Rückenschmerzen. Diese sind meist nicht gravierend und klingen von selbst wieder ab. Auch Kopfschmerzen können, wenn auch selten, vorkommen. Durch die Betäubung kann es zu einer vorübergehenden Störung beim Wasserlassen kommen (Blasenentleerungsstörung). Daher sollten Sie vor dem Heimweg einmal erfolgreich die Toilette aufgesucht haben. Ernsthafte Komplikationen wie eine Infektion oder Blutung im Rückenmarkskanal mit gravierenden Folgen sind bei Beachtung gültiger Richtlinien zum Glück
extrem selten. Wichtig in diesem Zusammenhang für Sie:
Taubheit und Schwäche müssen am Abend des OP-Tages vollständig abgeklungen sein!