Allgemeinanästhesie oder Vollnarkose

Die Allgemeinanästhesie oder Vollnarkose bezeichnet einen tiefschlafähnlichen Zustand völliger Unempfindlichkeit, in dem auch das Bewusstsein ausgeschaltet ist. Während einer solchen Narkose nimmt man keinerlei Umweltreize wahr und empfindet keine Schmerzen. Zu Beginn der Anästhesie werden die Narkosemedikamente entweder über einen Venenzugang (dünner Kunststoffkatheter in einer Vene an Handrücken, Unterarm oder Ellenbeuge) eingespritzt oder, vor allem bei Kindern, über eine Atemmaske eingeatmet. Ist die Narkose eingetreten, muss die Atmung ganz oder teilweise vom Anästhesisten übernommen werden. Hierfür stehen verschiedene Beatmungshilfen zur Verfügung: Die Gesichtsmaske eignet sich für Eingriffe von kurzer Dauer. Für eine Vielzahl von Operationen, die ambulant durchgeführt werden, eignet sich die sog. Kehlkopfmaske, die in den Mund eingeführt wird, ohne die Stimmritze zu passieren. Eingriffe beim Zahnarzt oder im HNO-Bereich erfordern häufig die Verwendung eines sog. Tubus („Atemschlauch“), der in tiefer Narkose über den Mund in die Luftröhre eingeführt wird. Für welche Beatmungshilfe auch immer Ihr Narkosearzt sich entscheidet: Am Ende der Operation atmen Sie ohne jede Hilfe selbstständig!


Eine Narkose ist prinzipiell bei allen Arten von Operationen durchführbar. In manchen Fällen kann jedoch eine Regionalanästhesie das besser geeignete oder sicherere Verfahren sein; lassen Sie sich von Ihrem Anästhesisten beraten!

Welche unerwünschten Nebenwirkungen können während und nach der Narkose auftreten? Die von uns durchgeführten Betäubungen sind sehr sicher. Dennoch kann es in Einzelfällen zu Herz-, Kreislauf- oder Atemstörungen kommen. Als Narkoseärzte sind wir speziell für die rasche Behandlung solcher Probleme ausgebildet. Auch allergische Reaktionen auf die Narkosemittel können in seltenen Fällen vorkommen. Etwas häufiger beobachten wir leichte Halsschmerzen oder eine vorübergehende Heiserkeit nach Verwendung eines Tubus. Zahnbeschädigungen beim Einführen des Atemschlauchs sind nur bei extrem schadhaftem Gebiss zu befürchten, weshalb wir den Zustand Ihrer Zähne kennen müssen. Schließlich tritt manchmal im Anschluss an eine Vollnarkose, insbesondere bei entsprechend veranlagten Menschen, Übelkeit mit oder ohne Erbrechen auf. Diese kann in der Regel medikamentös gut behandelt werden.
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